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Therapie
PfeilNebenwirkungsmanagement

Leider hat die Therapie gegen den Krebs immer noch Nebenwirkungen. Es soll hier aber auch an erster Stelle ausdrücklich erwähnt werden, dass nicht alle Patienten bei allen Therapien unter schweren Nebenwirkungen leiden.

Also gehen Sie die Therapie erst einmal ganz gelassen an. Wenn es Ihnen möglich ist, lassen Sie sich von Ihrem Arzt oder von Ihrem Apotheker erklären welche Nebenwirkungen bei Ihrer Therapie auftreten können und was Sie selbst tun können um diese abzumildern. Wenn Sie dazu neigen alle Nebenwirkungen zu entwickeln von denen Sie gelesen haben lassen Sie diese Aufgabe eine Person Ihres Vertrauens übernehmen, die Ihnen bei Bedarf sagt, was zu tun ist.

Es ist für ihr Wohlergehen sehr wichtig, dass Sie sich mit Ihrer Krankheit beschäftigen und auseinandersetzen. Wenn Sie sich eine neue Wohnung kaufen wollen informieren Sie sich ja auch über die Gegebenheiten. Grundsätzlich ist es wichtig, das Immunsystem zu stärken (siehe auch Ernährung), die Leber und die Niere zu entlasten. Die Leber und die Nieren haben in der Zeit der Therapie sehr viel zu tun. Alle Medikamente die Sie zu sich nehmen müssen verstoffwechselt und wieder ausgeschieden werden.

Wenn diese Organe überlastet sind sinkt unser Wohlbefinden und wir fühlen uns müde. Verzichten Sie, wenn möglich, in der Zeit der Therapie auf Genussgifte wie Tabak und Alkohol. Wenn Sie möchten können Sie Ihre Leber mit dem Wirkstoff aus der Mariendistel unterstützen. Ihre Niere ist Ihnen für ausreichend Flüssigkeit sehr dankbar.

Nachfolgend einige Tipps, wie Sie mit den gängigsten Nebenwirkungen umgehen können.



PfeilHaarausfall

Einige Zytostatika oder auch eine Strahlentherapie im Kopfbereich bewirken einen Haarausfall. Die gute Nachricht: Die Haare wachsen nach Beendigung der Therapie wieder nach! Fragen Sie Ihren Arzt vor beginn der Therapie wie wahrscheinlich der Haarverlust bei Ihnen ist und lassen Sie sich gegebenenfalls eine Perücke verordnen. Beschaffen Sie sich die Perücke vor Beginn der Therapie, damit sie da ist wenn Sie sie brauchen. Lassen Sie sich von Ihrem Friseur und Ihren Freunden zu der Perücke beraten.

Der Haarausfall setzt frühestens 14 Tage nach Beginn der Therapie ein und steigert sich dann in den nächsten zwei Monaten. Wenn die Haare beginnen dünn zu werden, überwinden Sie sich und lassen Sie die Haare abschneiden. Ihre Perücke sitzt dann optimal und Sie fühlen sich besser. Gerade jüngere Frauen bevorzugen auch bunte Tücher, Kappen oder Schals auf dem Kopf, da sie gerade im Sommer nicht so warm sind. Auch für zu Hause eignen sich die leichten Kappen. Viele frieren in der Nacht am Kopf, legen Sie sich gegebenenfalls eine bequeme Nachtmütze zu. Eine Auswahl an Tüchern und Kappen finden Sie bei uns in der Apotheke.



PfeilÜbelkeit und Erbrechen

Einige Chemo- und Strahlentherapien können Übelkeit und Erbrechen hervorrufen. Heute ist man aber in der Lage, diese Nebenwirkung mit Medikamenten recht gut in den Griff zu bekommen.

Es ist sehr wichtig die Medikamente, die Ihnen Ihr Arzt zur Vorbeugung von Übelkeit und Erbrechen verordnet in angegebener Weise einzunehmen. Sollte es trotz der Medikamente zu Übelkeit oder Erbrechen kommen informieren Sie Ihren Arzt und fragen Sie nach, ob die vorbeugende Therapie intensiviert werden kann.

Dabei ist zu beachten, dass ihr Körper nicht die Verknüpfung Arztpraxis = Übelkeit speichert, denn diese Verknüpfung ist sehr schwer zu lösen und die dadurch ausgelöste Übelkeit ist kaum zu behandeln. Auch verschlechtert sich der Zustand Ihres Körpers, wenn er über einen längeren Zeitraum (> 2Tage) nicht ausreichend Flüssigkeit und Energie geliefert bekommt (Tipps zur Ernährung).

Auch verschiedene pflanzliche oder homöopathische Arzneien können Linderung verschaffen. Die Homöopathie kann in der Lage sein, gestörte Funktionen des Organismus zu regulieren. Entsprechend der homöopathischen Ähnlichkeitsregel wird hierbei das Arzneimittel ausgewählt, dass die größte Ähnlichkeit zu den Symptomen des Patienten aufweist.

Beispiel: Einer Patientin (52 Jahre) mit Mamma-Ca wurde nach einer Brust erhaltenden Operation eine Chemotherapie verordnet, die sie anfangs sehr gut vertrug. Ab dem 3. Zyklus begann sie, mit starker Übelkeit und heftigem Erbrechen zu reagieren. Die verordneten schulmedizinischen Arzneimittel halfen ihr nicht zufriedenstellend die Beschwerden in den Griff zu bekommen. Da sie auf Grund der Übelkeit kaum noch Nahrung zu sich nahm, verlor sie innerhalb weniger Tage fünf Kilogramm. Daher wandte sie sich an ihren homöopathischen Arzt, der ihr ein homöopathisches Heilmittel verordnete. Die Patientin wirkte sehr ungeduldig und nervös und war Abteilungsleiterin in einer Firma. Deshalb stand sie oft unter Anspannung, die sie durch häufiges Rauchen kompensierte. Sie fror jetzt leicht, obwohl es Sommer war und hatte immer einen leicht sauren Geschmack im Mund. Die Übelkeit trat sofort morgens nach dem Erwachen auf und war verbunden mit krampfartigen Schmerzen im Magen, häufigem Würgereiz und Stuhldrang. Der Magen war sehr druckempfindlich und der Oberbauch aufgebläht. Die Patientin beschrieb ihre Beschwerden, als ob ihr ein Stein im Bauch läge. Aufgrund der vorliegenden Symptome verschrieb ihr der homöopathische Arzt eine Arznei, die aus der Brechnuss gewonnen wird. Ihr sich Zustand besserte sich schnell und beim nächsten Zyklus nahm sie das Medikament vorbeugend ein. Sie konnte die Chemotherapie wie geplant abschließen.


Bei Übelkeit und Brechreiz

  • Essen Sie keine blähenden und fetten Speisen

  • Verteilen Sie Ihre Mahlzeiten auf viele kleine Portionen

  • Essen und trinken Sie langsam

  • Bevorzugen Sie kühle, leicht gewürzte Speisen

  • Essen Sie trockene, stärkehaltige Nahrungsmittel wie Cracker, Toast, Zwieback

  • kalte Getränke und das Lutschen von Wassereiswürfel vermindert den Brechreiz

Servieren Sie möglichst keine Lieblingsspeisen, es ist möglich, dass eine Abneigung dagegen auftritt!



PfeilDurchfall

Auch Durchfall kann eine Nebenwirkung der Chemotherapie sein. Tritt ein wässriger, dünner Stuhl mehr als dreimal am Tag auf, spricht man von Durchfall. Bitte informieren Sie Ihren Arzt über diese Gegebenheit, er wird ihnen entsprechende Medikamente verordnen. Auch hier ist es wichtig, den Wasser- und Mineralstoffverlust in Grenzen zu halten. Tipps zur Ernährung finden Sie hier. Einige pflanzliche oder homöopathische Mittel können auch versucht werden: Heilerde hat die Eigenschaft, den Stuhl zu binden. Sie kann als Kapsel oder als Pulver eingenommen werden und eignet sich zur unterstützenden Behandlung von Durchfall, Blähungen oder üblem Stuhlgeruch. Vom Pulver nimmt man bis zu drei Mal täglich einen Teelöffel ein, aufgerührt in einem Glas Wasser. Sollte die Heilerde zur Verstopfung führen, reduziert man die Menge entsprechend. Es eignen sich auch Präparate, die Trockenhefe oder natürliche Darmbakterien enthalten, wie z. B. Perenterol®, Omniflora®, Symbioflor® oder Mutaflor®, die die körpereigene Darmflora wieder aufbauen. Sobald die Darmschleimhaut wieder intakt ist, lässt der Durchfall nach.

Beispiel: Ein Patient, 69 Jahre hat einen Dickdarmtumor, welches im befallenen Abschnitt operiert wurde. Im Anschluss daran erhielt er eine Chemotherapie. Nach der Infusion begann ein Durchfall, der mit starker Müdigkeit einherging. Der Patient wirkte sehr geschwächt und die geringste Anstrengung erschöpfte ihn stark. Im Darm und am Schließmuskel hatte er das Gefühl von stark brennenden Schmerzen, die durch das Auflegen einer Wärmflasche gebessert wurden. Sein Stuhlgang war wässrig-grün, brennend und roch unangenehm. Gleichzeitig litt er an unstillbarem Durst. Obst vertrug er überhaupt nicht mehr und reagierte sofort mit Durchfall. Sein Gesicht war aufgrund der Austrocknung eingefallen, blass und wirkte gelblich. Die Lippen waren blau, die Mundschleimhaut geschwürig sowie trocken und heiß. Sein Heilpraktiker verordnete ihm zusätzlich zur schulmedizinischen Therapie das homöopathische Mittel „Arsenicum album“. Daraufhin regulierte sich sein Stuhlgang und er kam langsam wieder zu Kräften.
Auch für die Haut am After können Sie sorgen indem Sie diesen Bereich nach jedem Stuhlgang mit warmen Wasser säubern und dann mit einer wasserabweisenden und heilungsfördernden Salbe (z.B Mirfulan®Salbe) eincremen um ihn vor dem meist scharfen Ausscheidungen zu schützen. Wenn sich der Darmausgang doch mal gerötet hat bringen auch lauwarme Sitzbäder mit Kamille Erleichterung.

Bei Durchfall, Blähungen und / oder Völlegefühl

  • Achten Sie auf fettarme und ballaststoffarme Kost

  • Nehmen Sie möglichst keinen Milchzucker (Lactose) zu sich

  • Trinken Sie viel. Geeignet sind: Grüner Tee, Fencheltee und Schwarztee

  • Essen Sie Haferschleim oder Reisschleimsuppe

  • Weißmehlprodukte, geriebener Apfel, Bananen, evtl. gekochte Karotten sind gut geeignet

Trinken Sie keinen Kaffee oder kohlensäurehaltige Getränke, verzichten Sie auf Obst und Gemüse (Rohkost) Vollkornprodukte, Nüsse, Milchprodukte und fette, gebratene Speisen.


PfeilVerstopfung

Verstopfung kann auch durch die Chemotherapie selbst ausgelöst werden aber auch durch die Begleitmedikation. Aber auch mangelnde Flüssigkeitszufuhr oder Bewegungsmangel kann zu Verstopfung führen. Von einer Verstopfung spricht man, wenn der Stuhl hart und schmerzhaft ist oder nur selten vorkommt (nur jeden 4. Tag).
Tipps zur Ernährung finden Sie hier.

Bitte bewegen Sie sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten so viel es geht, das regt die Darmtätigkeit an. Auch hier sollten Sie Ihren Arzt informieren, er wird Ihnen ein Abführmittel verordnen, das zu Ihren Medikamenten passt. Es gibt auch hier pflanzliche und homöopatische Mittel, die Linderung bringen können. Bei leichteren Formen von Verstopfung kann man natürliche Quellstoffe wie Leinsamen
(50 – 100 g pro Tag), Weizenkleie (10 g pro Tag) oder Indischer Flohsamen (z. B. in den Fertigpräparaten Flosa®, Metamucil®) zu sich nehmen. Die Quellstoffe entfalten ihre Wirkung am besten, wenn sie mit sehr viel Flüssigkeit eingenommen werden.

Eine weitere natürliche Verdauungshilfe ist der Milchzucker, der am besten in flüssiger Form (Lactulose®) zugeführt werden sollte, da gegen das Pulver nach der Operation oder Chemotherapie häufig Unverträglichkeiten bestehen. Die empfohlene Dosis beträgt bei Erwachsenen anfangs drei mal täglich fünf Milliliter, bei guter Verträglichkeit kann dies auf zehn Milliliter gesteigert werden.

Da die Ursache der Verstopfung meist in der beispielsweise durch Eingriffe wie Operationen, Bestrahlungen und antibiotischer Behandlung gestörten Darmkeimflora liegt, ist es sinnvoll, etwas für deren Wiederaufbau zu tun. Dafür eignen sich die gleichen Arzneimittel (also z. B. Perenterol®, Omniflora®, Symbioflor® oder Mutaflor®), wie sie auch beim Durchfall Verwendung finden.

Falls die Verstopfung durch stark schmerzstillende Arzneimittel, wie z. B. Betäubungsmittel ausgelöst werden, so benötigt man motilitätsbeeinflussende, d. h. die Darmtätigkeit anregende Arzneien. Wirkstoffe, die hierbei angewendet werden, sind beispielsweise Bisacodyl oder Macrogole. Falls Sie hierzu eine Beratung wünschen, so erhalten Sie diese gerne persönlich und auf ihre individuelle Situation zugeschnitten in unserer Apotheke.


Verstopfung (gilt nicht für Verstopfung, die auf Medikamente wie Morphin zurückzuführen ist):

  • Verschaffen Sie sich möglichst viel Bewegung

  • Achten Sie auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr

  • Essen Sie regelmäßig ballaststoffreiche Kost


PfeilTrockene Haut

Trocken Haut ist rau, rot oder fleckig und kann später sogar schmerzhaft sein. Sie kann bei einer Strahlentherapie rund um das bestrahlte Gebiet entstehen und auch durch bestimmte Chemotherapeutika ausgelöst werden.

So können Sie Ihre Haut unterstützen: Duschen oder Baden Sie nicht öfters als einmal am Tag und das bitte nur lauwarm. Verwenden Sie gute rückfettende Badeöle oder Duschbäder, z.B Trixera von Avene. Cremen Sie ihre Haut gegebenenfalls mehrmals täglich mit einer guten Körpercreme ein. Auch hier haben wir mit Trixera® oder noch reichhaltiger mit Akerat® von Avene gute Erfahrungen gemacht. Tragen Sie bequeme Schuhe und schützen sie ihre Haut vor Kälte und Wind. Trinken Sie acht bis zwölf Gläser Flüssigkeit am Tag.



PfeilJuckreiz

Juckreiz ist nicht nur unangenehm, sondern vor allem durch seine Folgen sehr ernst zu nehmen. Durch Juckreiz kommt man in Versuchung, sich zu kratzen und das kann zu Hautwunden und Infektionen führen. Weitere Folgen können Unruhe und Beklemmungen sein.

Bei Tumorkranken kommt häufig zum Juckreiz eine trockene Haut hinzu, die durch die Krankheit selbst oder durch Giftstoffe im Blut, Allergien oder als Nebenwirkungen von Medikamenten, Strahlen- oder Chemotherapie ausgelöst wird. Informieren Sie also unbedingt Ihren Arzt über länger anhaltenden oder starken Juckreiz. Befolgen Sie die Ratschläge zur trockenen Haut und versuchen Sie es zusätzlich mit Folgendem: Versuchen Sie, anstelle von Kratzen den Juckreiz durch leichtes Reiben, Pressen oder Massieren zu lindern. Tragen Sie lose, bequeme Kleidung aus weichem, kühlem Material. Schneiden Sie Ihre Nägel kurz und halten Sie sie äußerst sauber.

Auch aus der Natur können Sie Hilfe holen: Bei leichteren Entzündungen der Haut hat sich die homöopathische Salbe Halicar® bewährt. Sie enthält als Wirkstoff eine Urtinktur aus der Pflanze Cardiospermum halicacabum, die Ballonrebe, eine in den Tropen beheimatete Schlingpflanze, die zur Familie der Seifenbaumgewächse gehört. Der Name Cardiospermum (Herzsamen) kommt von den erbsengroßen, schwarz-braunen Samen, die einen typischen, herzförmigen weißen Fleck aufweisen. Die Pflanze kann eine cortisonfreie Alternative bei entzündlichen und juckenden Hauterkrankungen sein. Sie wird außerdem bei Rötungen und Schwellungen der Haut angewandt und auch damit verbundene Hautverdickungen und ekzemartige Schuppungen bilden sich im Laufe der Zeit zurück.

Bei starken Entzündungen der Haut, Hauteiterungen oder Fieber sowie bei anhaltenden, unklaren oder neu auftretenden Beschwerden sollte jedoch immer medizinischer Rat eingeholt werden. Zur Hautreinigung können Sie medizinische Duschöle oder Waschlotionen verwenden, die sich im leicht sauren Bereich befinden, damit der natürliche Säureschutzmantel der Haut nicht angegriffen wird. Entsprechende Präparate finden Sie bei uns in der Apotheke. Bei gereizter, trockener und irritierter Haut ist es ratsam, sich nach gleichzeitig rückfettenden Präparaten umzusehen und nach der Reinigung eine beruhigende, reizlindernde Pflege aufzutragen. Hier gibt es inzwischen sehr gute, moderne Pflege- und Reinigungsprodukte mit beruhigendem Thermalwasser, z. B. von der Firma Avène, und Präparate mit dem entzündungshemmenden Johanniskrautextrakt (Bedan®).

Bei Hautbeschwerden bewährt haben sich auch Bäder mit Salz aus dem Totem Meer, dem eine heilkräftige Wirkung bei Juckreiz, Rötungen, Schuppungen, Entzündungen und Ausschlägen zugeschrieben wird. Die Ursache für den auftretenden Juckreiz kann eine verstärkte Säurebelastung des Organismus sein. Einen Hinweis darauf erhalten Sie durch ph-Wert-Messungen des Urins mit Hilfe von Urin-ph-Teststreifen. Vor dem Frühstück und ab 19.00 Uhr sollten die Werte im sauren, tagsüber aber im basischen Bereich liegen, d. h. die Werte sollten während des Tages höher als der ph-Wert von 7 sein. Dies können Sie überprüfen, indem Sie mehrmals täglich messen. Ein ausgeglichener Säure-Basen-Haushalt ist nämlich die Basis für Ihre Gesundheit und notwendig dafür, dass alle wichtigen Stoffwechselfunktionen in Ihrem Körper optimal ablaufen können.

Um entstehende Säuren zu neutralisieren, bildet der Körper in erster Linie basische Bicarbonate. Sie sind die natürliche, körpereigene Hautpuffersubstanz und können direkt Säuren abfangen und schnell unschädlich machen. Bei hoher Säurebelastung, z. B. durch einseitige Ernährung, Gewichtsabnahme oder Bewegungsmangel kann die Menge an körpereigenen Bicarbonaten nicht immer zur optimalen Förderung der Gesundheit ausreichen. Basenhaltige Präparate zum Einnehmen wie z. B. die Basentabs ph-balance Pascoe® und das Basenpulver ph-balance Pascoe® liefern Bicarbonate in gut verträglicher Form und können Ihnen dadurch helfen, unerwünschte Säuren schnell und professionell zu neutralisieren.



PfeilAppetitlosigkeit

Appetitlosigkeit kann ganz unterschiedliche Ursachen haben, z.B. Erbrechen, Übelkeit, Schwierigkeiten beim Schlucken, Änderung der Geschmacks- und Geruchsempfindungen, Völlegefühl, Tumorwachstum, Depressionen oder Schmerzen. Man spricht allerdings erst von Appetitlosigkeit wenn jemand auf Dauer weniger isst als er normalerweise tut und sie ist in der Regel ein vorübergehendes Problem.

Bitte achten Sie darauf, dass Sie trotzdem genügend Energielieferanten und Vitalstoffe zu sich nehmen, denn ein Mangel daran kann zu einer Verschlechterung Ihres Wohlbefindens führen und eine Mangelernährung nach sich ziehen. Tipps dazu finden Sie hier.(bitte verlinken).

Versuchen Sie es auch mit Folgendem: Zur Appetitanregung eignen sich besonders gut Pflanzenauszüge mit Bitterstoffen, wie sie z. B. in den Amara-Tropfen® der Firma Weleda enthalten sind. Die Bitterstoffe greifen dabei vor allem in den oberen Verdauungstrakt ein. Sie fördern die Verdauung, indem sie die Magensaftbildung, Galletätigkeit, die Sekretion von Bauchspeichel und die Magen-Darm-Bewegungen anregen. Hilfreich sind Amara-Tropfen® vor allem bei Appetitlosigkeit, Völlegefühl, Übelkeit und Verdauungsschwäche. Soweit nicht anders verordnet, erhalten Erwachsene 10 – 15 Tropfen als Einzeldosis. Die Tropfen werden am besten mit Wasser verdünnt eingenommen. Bei Appetitlosigkeit sind die Tropfen 15 Minuten vor dem Essen einzunehmen. Bei Störungen der Verdauungstätigkeit und zur Intensivierung der Verdauung sollten sie eine Stunde nach dem Essen eingenommen werden. Auch Teezubereitungen sind hilfreich, um den Appetit anzuregen. Hierzu eignen sich Pflanzen mit bitteren Inhaltsstoffen, wie z. B. die Enzianwurzel, das Tausendgüldenkraut oder die Löwenzahnwurzel.

Wir führen in unserer Apotheke entsprechend zusammengesetzte Teemischungen im praktischen Filterbeutel von der Firma Sidroga. Sollte der Appetitmangel mit weiteren Beschwerden, wie zum Beispiel mit Geschmacksveränderung, Geschmacksverlust, Abneigungen gegen bestimmte Nahrungsmittel oder depressiven Zuständen einhergehen, so kann man mit Hilfe einer homöopathischen Repertorisation (= Symptomensammlung und –auswertung) ein individuell passendes homöopathisches Heilmittel auswählen, welches möglicherweise in der Lage ist, den Gesamtzustand zu verbessern.

Beispiel: eine Patientin, 61 Jahre mit akuter myelotischer Leukämie fühlt sich seit Monaten sehr schwach und hat keinen Appetit. Alles scheint gleich zu schmecken. Ihr Bauch ist aufgetrieben und sie hat starke Blähungsschmerzen, weil ihr jedes Essen Beschwerden macht. Sie leidet immer wieder unter ranzigem Aufstoßen und hat aufgrund von veränderten Geschmacksempfindungen Widerwillen gegenüber Milch, Fleisch und fettigen Dingen. Weil sie außerdem noch sehr müde und blass aussieht und ihr frische Luft, wenn sie ihr zugefächelt wird, gut tut, verordnet ihr der Homöopath eine Arznei, die aus der Holzkohle gewonnen wird. Sie nimmt die Tropfen täglich ein und erfährt im Laufe der Zeit eine Besserung ihres Appetits und gewinnt wieder Freude und Lust am Essen.

Appetitlosigkeit:

  • Essen Sie mehrere kleine Portionen, so ca. alle 2-3 Stunden, auch nachts, wenn der Appetit da ist

  • Geschmackliche Vorlieben berücksichtigen

  • Starke Essensgerüche vermeiden, für viel frische Luft sorgen

  • Appetitlich und liebevoll das Essen zubereiten

  • Wenn möglich, lassen Sie ein Familienmitglied kochen oder kochen Sie Ihre Lieblingsspeisen auf Vorrat und frieren Sie sie in kleinen Portionen ein

  • Ein Spaziergang oder ein Aperitif vor dem Essen regen den Appetit an



PfeilGewichtsabnahme

Gewichtsabnahme:

Manchmal treten als Nebenerscheinung bei Chemo - oder Strahlentherapie Beschwerden auf, die den Appetit und die Nahrungsaufnahme störend beeinflussen. Hier kommt es oft zur Abmagerung, zur Kachexie. Für den Krebspatienten ist es aber besonders wichtig, auf eine bedarfsdeckende Nährstoffzufuhr zu achten und eine Mangelernährung zu vermeiden, um den Heilungserfolg zu unterstützen.

Der Gewichtsverlust kann eine Reihe von Gründen haben:

Tumore können Stoffe freisetzen, die zu Appetitverlust und einem beschleunigtem Stoffwechsel führen. Der dadurch erhöhte Kalorienbedarf kann oft nicht mit der Ernährung gedeckt werden. Darum kommt es dann zu Gewichtsverlust und zum Muskelabbau.
Bei einem Mangel an Nähr – und Wirkstoffen steigt das Infektionsrisiko und die Heilungsaussichten und das Wohlbefinden verschlechtern sich.

Von einer bedeutenden Gewichtsabnahme spricht man, wenn man in den letzen 3 Monaten 5% seines Körpergewichtes verloren hat oder wenn man in den letzten 6 Monaten 10% seines Gewichtes verloren hat

Beispiel:

Ihr Standardgewicht (also das, was Sie in der Regel gewogen haben) betrug 80kg. Wenn Sie also in den letzten 3 Monaten unbeabsichtigt 4kg (=5% von 80kg) verloren haben, sollten Sie das ernst nehmen. Auch wenn Sie in den letzten 6 Monaten 8 kg (=10% von 80kg) verloren haben, ist das ein Anlass über die Gründe und Gegenmaßnahmen nachzudenken.


Ziel ist es eine Mangelernährung zu verhindern!


Es empfiehlt sich zum Ausgleich des erhöhten Kalorien- und Nährstoffbedarfs die Zufuhr einer hochkalorischen, eiweißreichen Zusatznahrung, die spezielle Nährstoffe enthält. Um dem Muskelabbau entgegenzuwirken, sollten Sie sich im Rahmen Ihrer Möglichkeiten bewegen. Denn nur ein benutzter Muskel bleibt erhalten.


PfeilSchluckbeschwerden

Bei Schluckbeschwerden:

  • Bevorzugen Sie dickflüssige oder pürierte Kost

  • Meiden Sie scharfe, saure, salzige und säurehaltige Lebensmittel ( z.B. Orangen, Obstsäfte, Grapefruit und Tomaten)

  • Versuchen Sie es einmal mit Säuglingsnahrung (Gläschen mit Obstbrei)

  • Temperieren Sie die Speisen im lauwarmen Bereich

  • Trinken Sie stilles Wasser

  • Kleine Flüssigkeitsmengen sowie Kaugummi, Zitronen- und Pfefferminztee, Zitronenlimonade und zuckerfreie Zitronenbonbons regen den Speichelfluss an

  • Nehmen Sie anstatt Milch Sauermilchprodukte zu sich, diese regen die Schleimbildung nicht an

PfeilMukositis (Mundschleimhautentzündung)


Schleimhautentzündung im Mund:

  • Kochen Sie die Speisen lange, damit sie zart und leicht zu kauen sind

  • Schneiden Sie die Speisen in kleine Stücke und vermeiden Sie scharfe Kanten (z.B. harte Brotrinde). Hier besteht Verletzungsgefahr

  • Trinken Sie viel zum Essen

  • Kauen Sie Ihre Nahrung lange, das regt den Speichelfluss an

  • Benutzen Sie evtl. einen Strohalm zum Trinken


Empfehlenswerte Speisen sind:

  • weiche bzw. pürierte Speisen

  • Puddings und Milchshakes

  • weiche Früchte, z.B. Bananen oder Wassermelonen

  • Rühreier, Eis am Stiel, Hüttenkäse

  • Oft wird auch das Lutschen von Eiswürfeln oder gefrorenen Fruchtstücken, z.B. von Melonen, als lindernd empfunden.


Bitte vermeiden Sie in dieser Zeit:

  • Zitrusfrüchte

  • Säfte aller Art

  • stark gewürzte und scharfe Speisen

  • Alkohol

  • Nikotin

  • zuckerhaltige Speisen

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