Aufgabe der Ernährung ist es, den Körper so gut wie eben möglich mit
Energie und lebensnotwendigen Bausteinen und Wirkstoffen zu versorgen. Sowohl ein Mangel als auch ein Übermaß an bestimmten Nährstoffen kann zu Problemen führen.
In den vergangenen Jahren wurden viele Diätempfehlungen für Krebskranke veröffentlicht, die sogar eine Heilung versprachen und dazu verleiteten, auf medizinische Behandlung zu verzichten. Viele dieser sogenannten Krebsdiäten blieben aber den Beweis ihrer Wirksamkeit schuldig und sind nicht anzuraten.
Eine Diät für krebskranke Patienten gibt es nicht! Wichtig ist eine ausgewogene Ernährung, die reich an Vitaminen und Mineralstoffen ist und das Immunsystem stärkt. Hier stellen wir Ihnen die allgemeinen Empfehlungen für eine ausgeglichene Ernährung nach den Regeln der DGE vor. Bei den Empfehlungen für die einzelnen Beschwerden ist nur das genannt, was von den allgemeinen Empfehlungen abweicht.
Grundsätzlich sollte es sich um eine leicht
verdauliche, abwechslungsreiche, schmackhafte und vor allem eine vitamin- und mineralstoffreiche Kost handeln. Wie schon erwähnt, sind die Ernährungsempfehlungen davon abhängig, welches Organ betroffen ist (bei OP am Magen, Darm und
Bauchspeicheldrüse sind oft Einschränkungen bei
der Nahrungsaufnahme und Verdauung gegeben,
so dass eine spezielle Ernährungsform erforderlich sein kann).
Die folgenden Anregungen sind für Patienten geeignet, die keine akuten Magen-Darm-Beschwerden haben.
Es gibt kein Lebensmittel, welches alle Nährstoffe enthält!
1) Essen Sie vielseitig und bedenken Sie:
2) Essen Sie reichlich Vollkornprodukte, denn die darin enthaltenen
Ballaststoffe senken den Cholesterinspiegel, beugen Darmkrebs vor und
bewirken einen langsamen Blutzuckeranstieg. Achten Sie bei Übergewicht auf eine fettarme Zubereitung.
3) Essen Sie Gemüse und Obst – nach der Regel „Nimm 5 am Tag!“
Obst und Gemüse sind die wesentlichen Vitamin- und Mineralstoffträger
4) Nehmen Sie täglich Milch und Milchprodukte zu sich, sie sind gute
Calciumlieferanten. Reduzieren Sie Ihren Fleisch- und Wurstkonsum auf 300-600g pro Woche und essen Sie mind. 1-2 x pro Woche Fisch, wie Lachs, Makrele und Hering
Kombinieren Sie pflanzliche und tierische Eiweißlieferanten wie z.B.
Kartoffel und Ei. Daraus kann der Körper sehr gut körpereigenes Eiweiß aufbauen. Man spricht dann von einer hohen biologischen Wertigkeit.
5) Reduzieren Sie Fett und fetthaltige Produkte
Der gesamte Fettverbrauch bei Normalgewichtigen sollte bei ca. 80g pro Tag liegen
6) Verwenden Sie Zucker und Salz in Maßen und setzen Sie statt Salz öfters frische Kräuter ein, diese haben einen sehr hohen Mineralstoffgehalt.
7) Trinken Sie reichlich Flüssigkeit, stellen Sie sich Ihr Getränk immer in Sicht- und Reichweite. So ist der Körper besser in der Lage, Schadstoffe auszuscheiden
8) Bereiten Sie das Essen schmackhaft und schonend zu
9) Lassen Sie sich Zeit zum Essen und genießen Sie es.
10) Versuchen Sie Ihr Normalgewicht zu halten, um den Muskelaufbau zu erhalten, gönnen Sie sich täglich 30 Minuten Bewegung
Tipps für Patienten, bei denen der Magen betroffen ist
Patienten müssen selbst „austesten“, wie sie auf die einzelnen Lebensmittel reagieren.
Grundsätzlich gelten auch hier die Ernährungsempfehlungen wie bei Magenproblemen.
Zusätzlich kann aber Folgendes notwendig sein:
Die Bauchspeicheldrüse erfüllt zwei Hauptfunktionen:
Wenn Ihnen die Bauchspeicheldrüse entfernt wurde, gehen damit beide genannten Funktionen des Organs verloren und müssen auf Dauer in Form von Medikamenten und durch eine ausgewogene, speziell auf Sie abgestimmte Kost ausgeglichen werden. Zusätzlich benötigen viele Patienten jeden Monat eine Injektion fettlöslicher Vitamine A, D, E und K sowie des lebensnotwendigen Vitamins B 12.
Trotz der Medikamente ist die Fettverdauung oft nicht ausreichend, so dass es zu Durchfällen, sogenannten Fettstühlen kommt. Hier helfen bestimmte Fette (mittelkettige Triglyceride => MCT-Fette aus dem Reformhaus) um die Beschwerden zu umgehen.
Patienten können sich an den Empfehlungen der Magen-Darm-Variante orientieren.
Solange wir gesund sind, machen wir uns selten Gedanken über unsere Ernährung. Wenn jedoch ein Mensch längere Zeit nicht ausreichend essen kann, darf oder will, besteht die Gefahr einer Mangelernährung, die seine Gesundheit beeinträchtigt. Dann kann es sein, dass nach Absprache mit dem Arzt, eine zusätzliche Ernährung vorteilhaft oder gar erforderlich ist.
Bitte bedenken Sie, dass eine Mangelernährung auch bei ausreichend hohem Körpergewicht möglich ist. Das Problem ist, dass bei einem länger andauernden Energiedefizit der Körper die Muskulatur abbaut, um Eiweiß zu bekommen. Damit kann er lebenswichtig Funktionen in Gang halten. Außerdem verbraucht in einigen Fällen der Tumor selbst viele Kalorien. Oft wird auch gleichzeitig Wasser eingelagert. Auf diese Weise ändert sich das Gesamtkörpergewicht nicht, obwohl die Körpersubstanz schon verloren geht.
Die Folgen einer unzureichenden Ernährung können sein:
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